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intermezzo

  

Was ist Intermezzo?

 

Intermezzo ist ein vom Main-Taunus-Kreis ausgeschriebener Wettbewerb, für den sich professionell arbeitende Künstler in Kooperation mit Schulen oder anderen Organisationen bewerben können, um drei Monate lang mit jungen Menschen an einem Kunstprojekt zu arbeiten. Das eingereichte Konzept muss auf das jeweilige Thema Bezug nehmen und soll anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden. Eine Jury entscheidet, welche Bewerbungen finanzielle Anschubfinanzierungen erhalten.

 

 

 

 

Mehr dazu: www.mtk.org/intermezzo

Intermezzo 2021 - Flyer Download
A4_wickelfalz_Flyer_Intermezzo_2021.pdf
PDF-Dokument [4.9 MB]

  

  

Intermezzo 2021, Malereiprojekt „Wohlfühlorte“

 

Im Rahmen von Intermezzo 2021 konnte ich im September bis in den November

hinein zusammen mit den Kindern der  Grundschulklasse 2b (Giraffenklasse)

der Steinbergschule in Hofheim das Projekt „Wohlfühlorte“ Im Rahmen des

Kunstunterrichts umsetzen.
Das diesjährige Intermezzo-Thema lautete „drinnen vs. draußen“ und

forderte auf, die Erfahrungen junger Menschen während Stay home, Lockdown

und Quarantäne künstlerisch zu betrachten.
Das Thema „drinnen vs. draußen“  leitete mich gedanklich sofort zum Innen

und Außen der Kinder selbst. Es stellt ihre Gedanken, Gefühle und Wahr-

nehmungen in Gegensatz zu Erlebtem, zu äußeren Umständen und zu ihren

Verhaltensweisen. Wie sehr hat die Pandemie Zugriff auf die Welt der

Kinder und wieviel davon tragen sie nach außen?

 

Kleine Übungen zu Beginn zeigten den Kindern der Giraffenklasse, wie sehr

das Malen und Zeichnen ein Ausdruck der Persönlichkeit ist und wie oft

der Weg zum fertigen Bild eine Auseinandersetzung mit sich selbst ist.

Mein Malereiprojekt bot den Kindern eine Ausdrucksform an, mit der sie

sowohl ihre positiven Emotionen als auch die negativen Impulse darstellen

konnten. Um die Klassengemeinschaft zu stärken und gegenseitigen Respekt

und Achtsamkeit zu fördern stand Teamarbeit und die gemeinsame

Entwicklung von Ideen im Vordergrund.

  

Kern des Projekts war die gemeinsame Arbeit an einem runden Mosaik aus

Holz, welches aus einem mittigen Kreis, der von zwei Ringen umgeben ist,

besteht. Jeder Ring ist in einzelne Maluntergründe aufgeteilt.

 

  

Die Arbeit der Kinder begann im äußeren Ring, wo die Schüler und Schüler-

innen Einzelarbeiten zum Oberbegriff „Wohlfühlorte“ erstellten, die

Ausdruck ihrer Träume, Wünsche und Hoffnungen sein sollten. Orte an denen

sie loslassen können.

 

  

Im zweiten Ring schufen die Kinder dann in Zweierteams (und einem Dreier-

team) gemeinsame Wohlfühlorte.

Diese sollten  für jedes Teammitglied gleichermaßen schön sein.

 

  

Zum Abschluss malten alle 15 Kinder in der Mitte einen Ort für die ganze

Klasse. Das fertige Bild ist ein im Durchmesser 2m großes Kreisgemälde.

 

  

Ziel war es, ein möglichst vielfältiges und buntes Abbild ihrer

Gefühlslage festzuhalten und auf dem Weg das „WIR-Gefühl“, das so lange

fehlte, wieder zu stärken. Es sollte aufeinander geachtet werden und

jedes Mädchen und jeder Junge konnte seinen Teil zum Ganzen beitragen.
Es ging um gegenseitigen Respekt, Kompromissbereitschaft und individuelle

Reflexion.

 

Natürlich verlief das Projekt in der Umsetzung nicht durchgängig so

harmonisch, wie es das Idealbild des Konzepts vorgibt. Es wurde gestritten,

gemeckert, gestreikt und getrotzt. Die Kinder der Giraffenklasse sind ein

liebenswerter Haufen starker Persönlichkeiten, die manchmal in 15 ver-

schiedene Richtungen gerannt sind, sich aber letztendlich in der Mitte

getroffen haben. In der Zeit des Projekts sprangen sie über ihre Schatten,

ermahnten und unterstützten einander, fanden Kompromisse, entwickelten

Ideen, überraschten und schufen neue Orte. Ich danke der Klasse 2b für ihre

Offenheit und dafür, dass ich ihre Wohlfühlorte besuchen durfte!

 

Mein Dank geht auch an Frau Sprenger, Manuela und Eva, die mich während der

Projektzeit unterstützt haben, sowie an Frau Rüber, die Klassenlehrerin und

Rektorin der Steinbergschule,  die das Projekt initiiert hat. Sie ist

zuversichtlich, dass für die "Wohlfühlorte" ein schöner Präsentationsort in

der Schule gefunden wird. Bestenfalls gibt die Betrachtung der kindlichen

Darstellungen uns Erwachsenen einen Anstoß wieder fairer und umsichtiger

miteinander umzugehen, bringt uns ins Grübeln oder auch zum Schmunzeln.

 

  

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